Zwischennutzung 2018-2020

Zwischennutzung 2018-2020

Was ist eine Zwischennutzung?
Wieso wird der Ebertplatz “zwischengenutzt”?
Was soll die Zwischennutzung bewirken?
Wie lange dauert das?
Wer macht mit?
Wie funktioniert die Zusammenarbeit?
Kontaktadressen

 

Was ist eine Zwischennutzung?

Eine Zwischennutzung ist zunächst einmal eine zeitlich begrenzte Nutzung eines Raumes, wobei dieser Raum ein Gebäude, ein Brachfläche oder auch ein öffentlicher Raum – wie im Falle des Ebertplatzes – sein kann.

Im 20. Jahrhundert war die Stadtplanung generell streng geregelt und wenig offen für Experimente oder die Zusammenarbeit mit anderen Akteur*innen im Stadtraum. Gerade die neuen Anforderungen, welchen die Städte im 21. Jahrhundert gegenüberstehen, führen jedoch zu einem allmählichen Umdenken in der Stadtentwicklung. Vermehrt wird nach kreativen und unüblichen Lösungen gesucht, wozu auch die Zwischennutzung zählt. In den letzten Jahren haben Zwischennutzungen in Städten des In- und Auslandes unter Beteiligung von Anwohnern*innen, Künstler*innen und Stadtverwaltungen bereits zu innovativen Anstößen für die definitive städtebauliche Ausgestaltung geführt.

Wieso wird der Ebertplatz “zwischengenutzt”?

In den vergangenen Jahrzehnten kam es zu einer starken Vernachlässigung des Platzes. Der Brunnen plätschert nicht mehr, fünf der insgesamt acht Rolltreppen wurden aus Kostengründen (Neubau: 350.000 € pro Treppe) nicht wieder in Betrieb genommen, zudem wurden mehrere Machbarkeitsstudien (u.a. Für eine Tiefgarage) durchgeführt. Auch die Beleuchtung in der Passage wurde nicht in der ursprünglichen Intensität beibehalten. Zunehmend wurde der Platz von Alkoholabhängigen und Drogendealer*innen aufgesucht. Von Seiten der Stadt führte das wiederum dazu, viele der möglichen Drogenverstecke zu vernichten: Pflanzen und Grün wurden radikal reduziert. Darüber hinaus wurde der Platz von den Medien als „Angstraum“ betitelt, was seinen Höhepunkt nahm, als es 2017 zu einer tödlichen Messerstecherei zwischen Drogendealer*innen auf dem Platz kam. Seither gab es hitzige Diskussionen darüber, wie es mit dem Platz weitergehen soll. Eigentlich existiert seit 2009 ein Masterplan für Köln, in dem der Umbau des Ebertplatzes bis 2014 als städtebauliche Maßnahme vorgesehen wird. Bis zu dem traurigen Höhepunkt der Messerstecherei geschah viel zu wenig. Nach dem Ereignis wurde als Sofortmaßnahme sogar das Zumauern der „gefährlichen“ Passage in Erwägung gezogen. Das konnte unter anderem durch Aktionen des Brunnen e.V. verhindert werden.

Das am 20. März 2018 vom Stadtrat beschlossene Zwischennutzungskonzept (Link Anhang der Stadt Köln)  hat nun eine Ausweitung der Aktivitäten zur Belebung des Platzes zum Ziel und wurde von allen politischen Parteien als wesentlich aussichtsreicher erachtet.

Was soll die Zwischennutzung bewirken?

Zwischennutzungen können je nach Länge und Raum verschiedene Ziele haben, für den Ebertplatz hat die Stadtverwaltung folgende festgelegt:

1. Funktionalität als vielseitig nutzbaren öffentlichen Raum stärken

Bisher wurde das Potential des Platzes – außer von den Kunsträumen und Gastronomien in der Passage – wenig genutzt. Durch Sitzgelegenheiten, kleine Bühnen und ein vielfältiges Programm aus Spiel, Sport und Kunstaktionen sowie einem wechselnden gastronomischen Angebot mit Food-Trucks auf dem Platz sollen verschiedene Nutzungen des Platzes ermöglicht und erprobt werden.

2. Attraktivität als lebendigen, sicheren und wertgeschätzten Aufenthaltsort herausarbeiten

Eine Außengastronomie, ein plätschernder Brunnen, bunte Blumen, Märkte und künstlerische Aktionen. All das und noch mehr gibt schon diesen Sommer auf dem Platz!

Polizei und Ordnungsamt möchten durch regelmäßige Anwesenheit zudem zum Sicherheitsempfinden auf dem Platz beitragen.

3. Partizipative Nutzungsoptionen testen, Ideen für dauerhafte Umplanung erarbeiten

Während der Zwischennutzung wird der Ebertplatz zu einer Art Labor. Erforscht werden soll, wie gut einzelne Nutzungsideen wie z.B. Gastronomie, Kulturprogramme im Außenraum, innovatives Mobiliar oder der instandgesetzte Brunnen funktionieren. Aber auch die Zusammenarbeit zwischen Stadt und verschiedenen Initiativen und Einzelpersonen, die den Platz mitgestalten, wird erprobt. Die gesammelten Ergebnisse können einen wertvollen Beitrag für den geplanten Umbau des Platzes ab 2020 liefern.

4. Nutzung des Platzes durch weitere Bevölkerungsgruppen

Dauerhaft wird der Platz derzeit von Künstler*innen und Teilen der afrikanischen Community Kölns genutzt, da beide Räumlichkeiten in der Ebertplatzpassage haben. Hinzu kommen einige Drogendealer sowie auch Passant*innen, die aber nur selten auf dem Platz verweilen. Durch unterschiedliche Angebote soll der Platz wieder für verschiedene Alters- und Interessensgruppen attraktiver werden.

Letztlich sollen alle Punkte dazu beitragen, das Image des Platzes zu verändern und ihn wieder zu einem belebten und beliebten Platz Kölns zu machen.

Wie lange dauert das?

Die Zwischennutzung des Ebertplatzes wird voraussichtlich drei Jahre, bis 2020, dauern. Danach soll ein Umbau erfolgen, der sich an den Grundzügen des Masterplans von 2009 orientiert. Die Kriterien für die Wahl des Architekturbüros 2018 werden noch angepasst. Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Zwischennutzung sollen laut Ratsbeschluss vom 20.3.2018 bereits 2018 in die Umbaupläne einfließen. Deshalb wird das Stadtplanungsamt und der „Lenkungskreis Masterplan“ sowie alle zuständigen politischen Gremien über den Stand der Zwischennutzung regelmäßig vom Stadtraummanagement informiert.

Wer macht mit?

Allein von der Stadtverwaltung waren sieben Dezernate an der Formulierung des Zwischennutzungskonzeptes Anfang 2018 beteiligt. Eine entscheidende Rolle nehmen seither das Stadtraummanagement, das Kulturamt der Stadt Köln, die Eventstabstelle und das Amt für öffentliche Ordnung ein. Weiterhin sind die KVB, die Rheinenergie und die AWB als Eigenbetriebe der Stadt am Prozess beteiligt. Aber auch das Amt für Kinder, Jugend und Familie, das Stadtplanungsamt, das Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau und die städtischen Streetworker arbeiten im Prozess mit.

Um den Ebertplatz zu einem belebten, vielfältigen Ort zu machen, ist die Stadt Köln stark auf die Mithilfe von Nutzer*innen des Platzes, Ortskundigen und Initiativen angewiesen. Dazu zählen vor allem die freien Kunsträume des Brunnen e.V., die Alte Feuerwache e.V., die AGORA und der Bürgerverein Eigelstein. Aber auch Akteure wie Grischa Göddertz, der Sohn des verstorbenen Brunnenkünstlers Wolfgang Göddertz, dublab, das Come Together Project e.V., Corpative Law Clinic e.V., sowie Sozialarbeiter*innen, Einzelhändler und Künstler*innen aus der Nachbarschaft, zahlreiche Anwohner*innen und interessierte Kölner*innen sind aktiv dabei.

Ab Juni 2018 starten dann die Kooperationen mit Studiengängen und Studierendengruppen der Hochschulen TH Köln, RWTH Aachen, KISD Köln, KHM Köln und Universität Wuppertal.

Möchtest Du auch mitmachen?  Dann erfährst Du über den gleichnamigen Menüpunkt wie.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Eine große Herausforderung an der Zwischennutzung liegt in der Entwicklung von geeigneten Ideen für den Platz, aber ebenso darin, diese gemeinschaftlich abzustimmen und umzusetzen. Um bisherige und potentielle Akteur*innen  „an einen Tisch“ zu holen und den Prozess der Zwischennutzung anzustoßen, wurden von der Stadt zwischen Januar und April drei so genannte „Ideenschmieden“ veranstaltet, bei denen verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für den Platz diskutiert wurden. Die zum Teil jahrelangen Erfahrungen aller Beteiligten mit dem Platz waren dabei entscheidend. Aus den Ideenschmieden haben sich mehrere Arbeitsgruppen entwickelt, die außerhalb der großen Treffen im Plenum an Themen wie der Platzgestaltung, dem Kultur- und Veranstaltungsprogramm, der Öffentlichkeitsarbeit oder Mitmachaktionen weitergearbeitet haben.

Ihre Ideen sind in das Zwischennutzungskonzept der Stadtverwaltung eingeflossen, welches am 20.3.2018 dem Kölner Stadtrat vorgelegt und dort einstimmig beschlossen wurde. Einige Maßnahmen befinden sich bereits in der Umsetzungsphase.

Hier stellen sich die verschiedenen Arbeitsgruppen vor.

 

Kontaktadressen

Bei allgemeinen Fragen: Johannes Geyer (Stadtraummanagement, Dezernat VI)
ebertplatz@stadt-koeln.de

AG Kulturveranstaltungen
AG Platzgestaltung
AG Begrünung
AG Partizipation