Alles Andere – am Ebertplatz

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Eröffnung: 7.7. um 19 Uhr

Finissage: 20.7. ab 19 Uhr (Sommerfest am Ebertplatz)

Am Kölner Ebertplatz findet vom 7. bis 20. Juli 2018 das Ausstellungs- und Performanceprojekt mit dem Titel „Alles Andere“ statt. Die auf dem Platz befindlichen Installationen verbleiben dort bis zur Finissage. Währenddessen sind sie Wind und Wetter ausgesetzt. Auch Modifikationen, Ergänzungen und Vandalismus durch Dritte werden in Kauf genommen. Die Veränderung wird über den gesamten Zeitraum hinweg dokumentiert.

Zur Eröffnung und zur Finissage zeigt Julia Bünnagel ihre modulare Bühnenskulptur, die als Plattform für verschiedene Performances dient und die hexagonale brutalistische Architektur des Ebertplatzes wiederspiegelt. Zusammen mit Linda Nadji zeigt sie an der Vernissage die Performance WeAndTheHexaGone – AUFbauen ABbauen, eine sich immer wieder verändernde Skulptur, die am Platz bewegt wird und den Ebertplatz in seiner Eigenheit erforscht und bespielt.

Eine weitere Performance von Linda Nadji bildet den Auftakt des Festivals. EmilieSibillaElisabethJohanna bezieht sich auf die Bildhauerin Milly Steger, und möchte die Erinnerung an Persönlichkeiten und Künstlergeister, welche Stadtbilder entwickelt und geschaffen haben, wecken und in die heutige Zeit adaptieren. Die fast poetisch anmutende Performance wird bewusst als Kontrast zu dem brutalistischen Beton Bau gesetzt, der nun offiziell als Denkmal zum Diskurs steht.

Ebenso zur Eröffnung am 7. Juli inszenieren Pascal Fendrich und Martin Plüddemann ihre Arbeit Secco Bianco, bei der durch Beteiligung das Publikum die anfangs vorhandene Skulptur in eine andere transformiert wird, während eine Reflexion über die Rolle der bildenden Kunst in der Öffentlichkeit stattfindet. Martin Plüddemann gestaltet zudem eine Fotoserie, die er an Plakatwänden am Ebertplatz installieren wird.

Diane Müller verleiht in ihrer Arbeit „Hu!“ den sechseckigen Säulen in der Ebertplatz-Passage durch eine Polsterung eine ganz neue räumliche Bedeutung: Die gepolsterten Säulen sind einem Meditationsraum entliehen und dienen dem Ausdruck der Gefühle, die in einer dynamischen Meditation entstehen. Es stellt sich die Frage, was hier mit der Polsterung geschützt werden soll: der Ebertplatz mit seiner brutalistischen Architektur? oder der Betrachter / Passant vor seinem eigenem Ausdruck von Gefühlen.

Über dem Geschehen wacht die Skulptur „Der gute Geist“ von Tobias Becker, die an Denk- oder Mahnmale anknüpft und auf die öffentliche Diskussion über den Ebertplatz als Kulminationspunkt und Blitzableiter für verschiedene stadtpolitische Probleme Bezug nimmt.

Während der Finissage tritt Bünnagel selbst mit Ihrer Performance L’Arte dei Rumori auf, in welcher sie mit modifizierten Schallplatten Geräusche erzeugt. Treibende rhythmische Soundscapes, White Noise, Musikfragmente und laute dreckige Beats durchdringen den Ebertplatz und vermischen sich mit den Stadtklängen. Zum fulminanten Abschluß performt Winterkälte, das legendäre Rhythm-’n’-Noise Projekt auf der modularen Skulptur von Bünnagel. Die Grenzen zwischen Alltagsrealitäten, Geräuschen und Musik verschwimmen. Die Architektur wird zum Resonanzkörper und der Zuhörer mittendrin. Der Platz wird zum Dancefloor.

„Alles Andere“ ist ein künstlerischer Beitrag zur Diskussion um die aktuelle Situation am Ebertplatz. Nach kontroverser und anhaltender Auseinandersetzung um den Ort, haben sich seit Anfang 2018 zunehmend Initiativen unterschiedlichster Ausrichtung gebildet, die den oft als Brennpunkt wahrgenommenen Platz im Herzen Kölns nicht aufgeben wollen. Statt der Kapitulation vor der Situation werden alternative Wege gegangen, den Platz zu beleben und seinen Wert als urbanen Lebensraum herauszuheben und neu zu definieren, der Titel „Alles Andere“ spielt auf diese Alternativen an.

Die Finissage von „Alles Andere“ am 20. Juli findet zeitgleich mit dem jährlichen Sommerfest der Kunsträume am Ebertplatz statt.

Das Ausstellungs- und Performanceprogramm „Alles Andere“ wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln, dem NRW KULTURsekretariat und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Alle Termine:

Vernissage mit Performances am 7. Juli 19 Uhr
19 Uhr: Performance EmilieSibillaElisabethJohanna (Konzeption Linda Nadji)
20 Uhr: Performance WeAndTheHexaGone – AUFbauen ABbauen (Konzeption Linda Nadji, zusammen mit Julia Bünnagel)
19-23 Uhr: Secco Bianco von Pascal Fendrich und Martin Plüddemann

Zeitgleich eröffnen auch die Kunsträume Bruch & Dallas, Gold+Beton und LABOR.

Finissage am 20. Juli zum Sommerfest der Kunsträume am Ebertplatz
mit Sound-Performances auf der Skulptur „Structure“ von Julia Bünnagel:
16:00 Beginn Sommerfest
18:00 Konzert LABOR
18:30 Julia Bünnagel: L’Arte dei Rumori
19:30 Nassau (eingeladen von Gold+Beton)
20:30 Winterkälte
21:30 Angelica Summers (eingeladen von Gold+Beton)

Zum Sommerfest öffnen alle Kunsträume am Platz (Bruch & Dallas, Gold+Beton, LABOR und Tiefgarage mit Ausstellungen und Musikprogrammen)

Wir freuen uns über Berichterstattung,

Pascal Fendrich, Diane Müller und Martin Plüddemann

(Pressekontakt: Diane Müller)

 

Linda Nadji war zu Gast bei „dublab“. Hier die Sendung vom 28.6.2018.

 

 

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